Klodin


Merkwürdige Sprache

Seit meiner frühesten Kindheit fand ich bereits alles, was mit geschriebener oder gesprochener Sprache zu tun hatte, irgendwie „merkwürdig“. Es kam mir vor, als wenn das Lesen eines Textes viel zu lange dauerte. Mit den Jahren merkte ich, dass die Linearität der linguistischen Zeichen schwierig für mich war. Ich war irgendwie enttäuscht davon, dass man einen Text nicht auf einen Blick erfassen konnte. Als Teenagerin und junge Erwachsene benutzte ich dann „Worte“ sehr kreativ, um mich auszudrücken.

 

OCHI, 50 X 50 cm, mixed media on canvas, 2018

Text wird zu Exotext

Seit 2008 beschäftige ich mich bei meiner künstlerischen Arbeit mit der Beziehung von Text und Bild. Ich wende dabei diverse Mischtechniken an. Durch das Medium Text bekommt die verbale/schriftliche Sprache einen Upgrade, indem sie auch als Schnappschuss wahrgenommen werden kann und so die Grenzen der Linearität überschreitet. Ich will damit nicht sagen, dass der Text, der auf der Leinwand zu einem Bild wird, „unmittelbar“ erfasst werden kann – sondern der Text wird zu einem Exotext und man kann ihn auch „fühlen“ , unabhängig von seiner vorherigen/originalen Linearität.

Wenn der Text eine visuelle Komposition generiert, wird er umgekehrt auch wieder durch das Bild betont. Auf diese Weise wird der Text zum Exotext. Die Beziehung zwischen Text und Bild verdoppelt oder multipliziert sich sogar dadurch. Ich verflechte das abstrakte Bild als symbolische Emotion mit dem Exotext und möchte so die Realität formen und die materielle Welt verändern.

Das Magische Siegel in meinen Bildern erweitert den Exotext sogar und schließt Worte mit Bedeutung auch jenseits irgendeiner Art von Linearität und sogar jenseits von unseren Grenzen der Zeit ein. Das Magische Siegel bezieht sich also auf Worte, die in Bilder übertragen werden (etwa wie ein Monogramm – vgl. Chaosmagie).

 

MAGIS, 20 X 50 cm X 9 pieces, mixed media on canvas, 2018

Woher beziehe ich meine Inspiration?

Ich habe schon immer an die Macht & Stärke des Unterbewusstseins geglaubt und dieses teilweise auch bestätigt gefunden oder wiederentdeckt. Der Glaube daran, dass ich mit dem Universum arbeite, muss manchmal durch einen echten Beweis in meinem Leben untermauert werden. Dazu setzte ich mich ebenso seit frühester Kindheit schon immer für hilfsbedürftige Tieren ein und wollte sie um mich haben, weil ihre Liebe so wertvoll für mein Herz ist und ich einfach auch ihre Schönheit bewundere. Ich wollte auch eigentlich Veterinärmedizinerin werden, aber dann kam es eben doch anders. Inzwischen arbeite ich auf Leinwänden und habe dabei eine neue Synchronizität in mir selbst entdeckt, indem ich in meinen Arbeiten Bezug auf Tiere nehme, die in mein Leben getreten sind, oder sogar mit ihnen arbeite.

Meine Hündin Câine

Wie hat alles angefangen? Wie sind meine neuesten und auch bisher tiefgründigsten Werke entstanden? Ich hatte im Herbst 2016 ein Erlebnis, das mein Leben verändert hat. Einer meiner Hündinnen, Câine, war plötzlich gelähmt und kurz davor zu sterben. Es gab keinerlei Hoffnung mehr. Ich wusste damals noch nicht so viel über non-verbale Tierkommunikation. Aber ich wollte es einfach mal ausprobieren, da es unsere letzte Hoffnung war. Es stellte sich heraus, dass das die absolut richtige Entscheidung war. Câine erholte sich (auch wenn sie nun einen Hunderollstuhl braucht), wurde meine tierische Lehrerin und ist heute stolze Besitzerin einiger „abstrakter Porträts“. Ich habe mir dann weiter autodidaktisch non-verbale Tierkommunikation beigebracht und dadurch einen neuen Weg entdeckt, wie ich die Grenzen von linearer Kommunikation überschreiten kann und zwar weil Tierkommunikation unmittelbar funktioniert.

Câine ist das rumänische Wort für Hund. Sie hatte diesen Namen (vielleicht ursprünglich als Witz gemeint) bereits, als sie zu mir kam, und teilte sich mir auf schamanische Art mit. Sie war dazu bestimmt, meine tierische Schwester und Lehrerin zu sein. Mehr über Câines Geschichte kannst du hier auf der Webseite von Tanja Budnick – eine Expertin für non-verbale Tierkommunikation – nachlesen:
https://www.tanjabudnick.com/2018/04/19/leben-oder-sterben-was-m%C3%B6chte-der-hund/?fbclid=IwAR2ypJl-b1ipbCmmhIma7zZJrO1LKVeN7hrkw-5eEMqsKAfabTze3KYzX9U

 

CÂINE, 50 x 50 CM, mixed media on canvas, 2018

Magie in meiner Kunst

Ich nehme in meiner Kunst gerne Bezug auf Okkultes und gestalte die Realität mit Magie auf der Leinwand. Ich beschäftige mich dabei mit Tierkommunikation oder auch telepathischer Kommunikation mit Tieren und beschreibe dabei außerweltliche Sphären. Dabei ist die Freude an der Natur immer tief in mir drin. Ich beschäftige mich mit der Schönheit dieser andersartigen Weltanschauung, die in unserer Gesellschaft im Allgemeinen nicht anerkannt wird. Die ganze Zeit habe ich dabei diesen starken und unglaublich schönen Wunsch, die Grenzen unserer lienearen Sprache und Existenz zu überschreiten. Um einen flüchtigen Einblick in eine/die andere Seite zu erhaschen.

Die Leinwand als Hologramm | Magie | Eklektik | Intuition | Unaussprechliches | Es muss doch mehr geben…

 

THE MONOLOGUE OF A NAKED ANIMAL, 80 X 80 cm, mixed media on canvas, 2016